GPS Tracker selbst einbauen: Schritt-für-Schritt-Anleitung für Österreich
So baust du einen GPS Tracker in dein Auto oder deinen Oldtimer ein — ohne Werkstattbesuch: Einbauort, Stromanschluss, GPS-Empfang, Sicherung und Test.
Ein GPS-Tracker kann im einfachsten Fall in unter 30 Minuten eingebaut werden — ohne Werkstatt, ohne Hebebühne und meistens mit Werkzeug aus dem Haushalt. Diese Anleitung zeigt, wo du den Tracker platzierst, wie du ihn sauber an den Strom anschließt und wie du nach dem Einbau prüfst, ob alles funktioniert.
Was du brauchst
- Ein GPS-Tracker (z. B. der Ortungplus-Tracker inkl. integrierter SIM-Karte)
- Ein Dauerplus-Kabel oder einen OBD-II-Adapter (je nach Fahrzeug)
- Flache Sicherungen (Kfz-Standard, meist 1–3 A)
- Ein Multimeter (≈ 15 €, wertvoll für jede Kfz-Arbeit)
- Ein Kunststoffwerkzeug zum Lösen von Verkleidungen (Spachtel, Trimmtool)
- Isolierband und Kabelbinder
1. Den richtigen Einbauort finden
Der ideale Platz erfüllt drei Kriterien:
- Nicht sichtbar von außen
- GPS-Empfang funktioniert (keine komplette Metall-Abschirmung)
- Zugang zu 12 V Fahrzeugstrom
Typische Einbauorte:
| Einbauort | GPS-Empfang | Diebstahlsicherheit | Aufwand |
|---|---|---|---|
| Unter dem Armaturenbrett | gut | mittel | niedrig |
| Hinter Handschuhfach | gut | mittel | niedrig |
| In der A- oder B-Säulenverkleidung | mittel | hoch | mittel |
| Unter dem Rücksitz | mittel | hoch | mittel |
| Im Kofferraum hinter Seitenverkleidung | mittel | hoch | mittel |
| Motorraum | schlecht (Temperatur, Wasser) | — | nicht empfohlen |
Empfehlung für die meisten Fahrzeuge: hinter dem Handschuhfach. Empfehlung für Oldtimer: hinter dem Handschuhfach oder unter dem Rücksitz — möglichst weit weg vom typischen Werkzeugraum eines Gelegenheitsdiebs.
2. Die Stromquelle wählen
Variante A: OBD-II (nur bei neueren Fahrzeugen)
Bei Fahrzeugen mit OBD-II-Anschluss (ab ca. 1996) gibt es fertige OBD-Stecker. Tracker einstecken, fertig. Nachteil: leicht zu finden und abzuziehen, wenig Diebstahlsicherheit.
Variante B: Dauerplus direkt anzapfen (empfohlen)
Suche mit dem Multimeter eine Leitung, die auch bei abgezogenem Zündschlüssel 12 V führt. Typische Quellen:
- Innenbeleuchtung
- Kofferraumbeleuchtung
- Radio (oft zwei Leitungen: "Zündung" und "Dauerplus")
Wichtig: Der Trackerhersteller gibt den Maximalverbrauch an. Bei Ortungplus liegt dieser im niedrigen Milliampere-Bereich — eine 1-A-Sicherung ist mehr als ausreichend und schützt das Fahrzeug bei einem Defekt.
3. Die Sicherung setzen
Nie ohne Sicherung verdrahten. Der Weg:
- Dauerplus-Leitung finden und mit dem Multimeter verifizieren
- Leitung nicht in der Leitung selbst auftrennen — stattdessen mit einem Abzweigverbinder (Stromdieb) anzapfen
- Zwischen Abzweig und Tracker die Sicherung einsetzen
- Masseleitung des Trackers an eine saubere Karosseriemasse schrauben
Erdungspunkt: Die meisten Fahrzeuge haben unter dem Armaturenbrett einen markierten Massebolzen. Falls nicht, eine Karosserieschraube nehmen, sauber abschleifen und mit Kabelschuh verbinden.
4. GPS-Antenne ausrichten
Je nachdem, welchen Tracker du hast:
- Integrierte Antenne: Tracker mit der Aufkleber-Oberseite nach oben ausrichten. Nicht direkt unter Stahl-Karosserieteilen positionieren.
- Externe Antenne: Am Armaturenbrett, an der Heckablage oder unter der Dichtung eines Seitenfensters verlegen. Kein Kleber direkt am Glas — die Antenne braucht Metallhintergrund zum Funktionieren (Ground Plane).
5. Erstaktivierung & Test
Nach dem Einbau:
- Zündung einmal einschalten (Motor nicht nötig), damit der Tracker Strom bekommt
- In der Ortungplus-App das Gerät hinzufügen (QR-Code oder Geräte-ID)
- Ein paar Minuten warten — der Tracker meldet sich im Mobilfunknetz an und sendet die erste Position
- Kurze Testfahrt (5–10 min), um die Aufzeichnung zu prüfen
- In der App die aufgezeichnete Route kontrollieren — GPS-Punkte sollten sauber der Straße folgen
6. Installation dokumentieren
Für eigene Referenz und Werkstattbesuche:
- Foto vom Einbauort machen
- Notieren: welche Sicherung, welcher Stromabgriff
- Bedienungsanleitung und PDF-Einbauanleitung (gibt es bei Ortungplus zum Download) im Handschuhfach aufbewahren
Besonderheiten bei Oldtimern
Bei Fahrzeugen vor 1990 fehlen viele Standards. Achte auf:
- Ruhestromverbrauch: Bei schwachen, alten Batterien summieren sich selbst 50 mA schnell zu einem Problem. Der Ortungplus-Tracker liegt deutlich darunter, lässt sich aber bei Bedarf in einen Sparmodus schalten (weniger häufige Positionsmeldungen bei Standzeit).
- Masse: Nicht alle Oldtimer haben negative Masse. Vor dem Anschluss unbedingt prüfen!
- Sichtbarkeit: Ein Dieb, der gezielt auf Oldtimer spezialisiert ist, sucht unter dem Armaturenbrett und am Zündschloss. Versteck den Tracker weiter hinten.
Wann eine Werkstatt besser ist
Werkstatt-Installation empfehlen wir bei:
- Fahrzeugen mit CAN-Bus-Integration (Diebstahlschutz über Herstellerprotokolle)
- besonders wertvollen Sammlerstücken, bei denen eine fachgerechte, verdeckte Installation gewünscht ist
- Vorkriegsfahrzeugen mit empfindlicher oder untypischer Bordelektrik
Sicherheit geht vor
- Arbeite immer bei abgezogenem Zündschlüssel.
- Bei Airbag-Nähe (z. B. A-Säule) extrem vorsichtig sein — löse vorab die Batterie.
- Im Zweifel den Tracker lieber einen Handbreit weiter weg platzieren.
Fazit
Ein GPS-Tracker selbst einzubauen ist kein Hexenwerk. Mit Multimeter, Sicherung und 30 Minuten Zeit hast du einen lückenlosen Fahrtenbuch-Rekorder und wirksamen Diebstahlschutz an Bord. Wer es sich nicht zutraut, findet Werkstätten in Österreich, die Pauschalen ab ca. 50 € anbieten — auch das ist bei einem Oldtimer sinnvoll investiertes Geld.
Mehr Details und das Video-Tutorial findest du auf der Einbauanleitung-Seite. Antworten auf weitere Fragen im FAQ oder direkt bei unserem Support.
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